Mercurius Institut für chinesische Medizin Köln/Bonn
 

Anatomie Physiologie Pathologie

Basierend auf dem chinesischen Denken, Philosophie, Ethik etc. bildet die energetische Anatomie, die energetische Physiologie und die energetische Pathologie der TCM die Grundlage, das Werkzeug für Diagnose und Therapie von Krankheit und Gesundheit.Das besondere dieser drei Disziplinen der TCM ist die ganzheitliche und energetische Betrachtung.

Eine Betrachtung, die wie schon mehrfach erwähnt, unabhängig von unserem modernen westlichen Wissen entstanden ist,ohne aber die neue moderne Wissenschaft auszugrenzen. Während die Schulmedizin eine exakte Wissenschaft ist, die mit dem physischen Körper arbeitet und kausal - analytisch unterscheidet.

Blasen-Meridian
Das heißt, daß nur das "Greifbare", das Erkennbare untersucht und erklärt werden kann. Krankheitsphänomene müssen objektiviert werden, durch Laborverfahren, bildgebende Verfahren und erst wenn die Krankheit oder das Ungleichgewicht sich manifestiert hat, durch eine Veränderung der Substanz von der Norm, kann der Wissenschaftler/Arzt richtig tätig werden. In einer Somatischen Medizin bildet daher die Anatomie die Basisdisziplin.

Die TCM-Anatomie geht über diese gegenständliche, stoffliche Sichtweise hinaus. Sicher ist die TCM nicht so exakt in der Beschreibung von Zellen, Zellverbänden und den daraus resultierenden Organen sowie deren exakte Lage; hier orientieren wir uns an unsere westliche Errungenschaften. Denn wenn sich etwas materialisiert hat, wenn sich die Substanz verändert hat, gibt es kein medizinisches System, das genauer und exakter diagnostizieren kann. In der energetischen Anatomie sprechen wir auch von "Organen" oder Funktionskreisen, den Zang fu Organe.
Die zang fu sind die 12 Hauptorgane (Leber-Gallenblase, Herz-Dünndarm (Pericard und dreifacher Erwärmer san jiao) Milz / Pankreas-Magen, Lunge-Dickdarm und Niere-Blase). Alle weiteren Organsysteme werden den Hauptorganen zugeordnet. In der TCM spielt die genaue Lokalisation der Organe aber eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Innen - Außenbeziehung, die Oben - Unten Beziehung. Wie und wo zeigt sich beispielsweise der Funktionskreis Leber im Körper und vor allem wie sieht das Zusammenspiel mit den anderen Organsystemen aus.

So liegt die Leber zwar schul-medizinisch gesehen unter dem rechten Lungenflügel, getrennt vom Zwerchfell, doch wird sie energetisch betrachtet links lokalisiert, bzw. auf beiden Seiten im Rippenbereich. Durch ihre spezielle Funktion hat sie aber auch einen engen Bezug zum unteren Erwärmer und den Geschlechtsorganen. Der Zustand der Leber ist aber außerdem am Zustand des aktiven Bewegungsapparates zu erkennen:

an den Fingernägeln, an den Augen, im Schläfenbereich, an der linken Wange, zwischen den Augenbrauen und am Zungenrand sowie an der Oberlippe und am linken Radial-Puls. Werden Störungen im Bereich des Funktionskreises Leber diagnostiziert, so korrespondieren diese Störungen nicht mit einer Lebererkrankung im schulmedizinischen Sinne.
Auch die TCM-Physiologie der Organe geht über die wissenschaftliche Erkenntnisse hinaus. So ist die Leber nicht nur Speicherorgan fürs Blut, Entgiftungsfabrik für körperliche Stoffe, Gifte etc., sondern sie hat auch reinigende Wirkung auf unser Unterbewußtsein, auf die Eindrücke, die wir nicht verarbeiten. Die Leber hat zu tun mit Spannung und Entspannung, mit Freiheit und Raum, Phantasie und Kreativität. etc. Wichtiger Bestandteil der TCM-Anatomie ist die Jing-luo-Theorie.
Die Jing-luo sind die Energieleitbahnen des Körpers, die Meridiane durch die unsere Lebensenergie Qi fließt.
Jedes der genannten Hauptorgane besitzt einen Meridian, durch den das Körperäußere mit dem Körperinneren, dem Organ in Verbindung steht.
Neben diesen 12 Meridianen gibt es noch weitere 49 Gefäße, große und kleine Leitbahnen die alles miteinander verbinden. Die Akupunkturpunkte liegen auf diesen Bahnen und durch Stimulierung dieser Punkte wird Einflußauf das körperliche, geistige und seelische Befinden genommen (siehe Akupunktur). Qi, Blut-Säfte, Substanz und Wärme die "vier Säulen" des Körpers können ausgeglichen werden.

Die "vier Säulen" des Körpers;
Qi, xue/Jin ye, yin und yang

Neben den Organ- und den Energieleitbahnen müssen diese "Substanzen" in einem harmonischen Gleichgewicht stehen. Diese "Substanzen" müssen ausreichend vorhanden sein und dürfen weder akkumulieren noch stagnieren, sie müssen frei fließen. Bei Fehlfunktion der Organe, bei Stagnation, kann die Umwandlung dieser Substanzen behindert werden und es entstehen pathologische Substanzen wie Wasseransammlung / Ödeme, Feuchtigkeit und Nässe, Schleim, Steinbildung, und Schwellungen/Tumore oder auch Hitze und Feuer, die sich mit den pathologischen Substanzen verbinden können.

Krankheitsursachen (bing yin)

Der Organismus des Menschen steht in einer wechselseitigen Beziehung mit seiner Umwelt. Haut und Lunge bilden dabei die äußere Hülle und die Hautporen, Mund und Nase die Körperöffnungen. Durch die Körperöffnungen,die Sinne oder Sinnesöffnungen sowie durch die Aktion des Einzelnen tritt der Mensch in Kontakt mit seiner Außenwelt / Umwelt. Äußeres kann ein und Inneres nach außen dringen.

Ist diese wechselseitige Verbindung gestört, entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Yin und Yang und damit Krankheit. Dies kann geschehen, wenn durch das Einwirken bestimmter Krankheit bedingender Faktoren Yin und Yang, Qi und Blut in ihrem Verhältnis von Fülle und Leere, Hitze und Kälte verschoben wird.
Oder wenn die Abwehrkraft, die Widerstandskraft des Körpers (Zheng Qi) zu Gunsten einer Störenergie (xie) geschwächt wird. Gesundheit ist damit ein dynamisches Gleichgewicht in einem ständigen Wechsel von yin und yang.

Yin und yang und das was man ihm zuordnet, oben und unten, innen und außen, kalt und heiß, muß in einem steten und ebenmäßigen Fluß/Fließen und Austausch sein. Es muß Ungehindertes auf und ab zirkulieren, von innen nach außen und von außen nach innen kreisen. Kommt es zu einem Übermaß oder einer Verminderung, zu einer Stagnation oder Ansammlung diese Flusses / Fließen und Austausches entsteht Krankheit. In der TCM Ätiologie werden die Ursachen von Krankheit (bing yin) in drei Kategorien unterteilt. Man unterscheidet zwischen den äußeren (bai yin) und den inneren Ursachen (nei yin) sowie den weder/noch Faktoren (bu nei bu wai yin).
werden hervorgerufen durch:
die 6 bioklimatischen Energien (liu jin)
  • Wind,
  • Kälte,
  • Feuchtigkeit,
  • Trockenheit,
  • Hitze und
  • Sommerhitze

sind solche die durch die 7 Emotionen (Qi qing) entstehen:
  • Ärger/Zorn,
  • Freude,
  • Grübeln,
  • Besorgnis,
  • Trauer,
  • Angst,
  • Schrecken/Schock

Die weder innen noch außen bedingende Faktoren für Krankheit werden verursacht durch
falsche Lebensweisen, -führung, falsche Ernährung, Drogen, mangelnde oder übermäßige Bewegung, angeborene oder vererbte Erkrankungen, Erkrankungstendenzen, Konstitutionen,Bisse, Insektenstiche, Verletzungen Elektromagnetismus, Nukleare Strahlung, Kosmische Strahlung, Mikrowelle, Erdstrahlung Umweltbelastungen