Deutschlands erste Gruppe des Bachelorstudiengangs in der Chinesischen Medizin

Im Folgenden erhalten Sie einen Einblick in das Studienkonzept, aus der Sicht einer Studentin 2016

 

 

Beim Unterricht: Dozent Gerd Wiesemann Ph.D und Schülerin Ramona Pick

Liebe TCM-Interessierte,

Mein Name ist Ramona Pick und ich bin 21 Jahre alt. Ich bin Studentin der Ernährungswissenschaften im 6. Semester und habe mich letztes Jahr sehr spontan dazu entschlossen ein Studium der Traditionellen Chinesischen Medizin zu beginnen.  Oft werde ich gefragt, ob das nicht zu viel auf einmal ist und warum ich mich ausgerechnet für dieses Studium entschlossen habe.

Warum ein Studium der Chinesischen Medizin?

Aufgrund einer eigenen Erkrankung in meiner Jugend, bei der die Schulmedizin an ihre Grenzen gestoßen ist, habe ich mich schon damals mit alternativen Heilmethoden auseinandergesetzt und zunehmend das Vertrauen darin gefunden.

2014 begann ich mein Studium der Ernährungswissenschaften in Stuttgart-Hohenheim. Auf diesen Bachelor sollte ein Masterstudium in Ernährungsmedizin folgen, da ich mich schon immer dafür interessiert habe, eine Krankheit mit möglichst natürlichen Methoden zu behandeln, beziehungsweise deren Entstehung durch eine entsprechende Lebensweise vorzubeugen. Auch das Interesse für alternative Heilmethoden ist mit zunehmendem Wissen in diesem Bereich immer weiter gewachsen. Das Studium der Ernährungswissenschaften sollte einen Grundstein legen für ein aufbauendes Studium in der medizinischen Richtung. Über die Frage „Wie soll es in Zukunft weitergehen?“ habe ich mich während dem Studium fortwährend darüber informiert, was es für Möglichkeiten gibt, einen akademischen Weg in der alternative Medizin einzuschlagen und bin im Sommer 2016 auf das Mercurius-Institut/TCM Academy Cologne gestoßen. In diesem Jahr sollte der erste Bachelorstudiengang der TCM starten. Aufgrund der bevorstehenden Doppelbelastung, zwei Fächer gleichzeitig zu studieren, war ich mir erst unsicher, ob ich diesen Schritt gehen soll, aber ich bin froh, dass ich es getan habe. Nach einigen sehr netten Telefonaten mit Xiaoyan Wiesemann, der Ansprechpartnerin für diesen Studiengang, fiel mir die Entscheidung nicht schwer.

Aber warum das Mercurius-Institut bzw. SGTCM Academy?

An dem Konzept des Mercurius-Instituts hat mich sofort angesprochen, dass es einem die Möglichkeit gibt, die Traditionelle Chinesische Medizin in Deutschland zu studieren. Andere Institutionen in Deutschland bieten in diesem Fachbereich nur Ausbildungen an, jedoch kein akademisches Studium. Des Weiteren ist das Studium mit einem Klinikum in China an der Hangzhou-Universität verbunden, mit der das Mercurius-Institut bzw.SGTCM in Kooperation steht. Man bekommt dadurch die Möglichkeiten, die erlernten Praktiken wirklich vor Ort anzuwenden und weitere Praktiken zu erlernen, was einem in diesem Umfang in keiner anderen Ausbildung geboten wird. Aber auch der theoretische Teil in Deutschland beinhaltet sehr viele praktische Elemente. Dieser Aspekt hat mich von vorne herein angesprochen und meine Erwartungen wurden bis jetzt auch in jeder Hinsicht erfüllt.

Wann findet der Kurs statt?

Das Studium begann im Juni 2016. Es findet ein Mal im Monat in Wochenendkursen statt, für die ich aus Stuttgart in die Eifel pendele. Ich habe das große Glück, das ich gebürtig aus der Eifel komme und somit die Zeit neben dem Unterricht bei meiner Familie verbringen kann.  Die anderen Teilnehmer des Studienganges kommen jedoch aus ganz Deutschland, sowie aus Österreich und wohnen an den Kurs-Wochenenden gemeinsam in einem Gasthaus.

Wie ist das Gruppenklima und kann ich mich in die Gruppe einfügen?

Wir sind eine sehr nette Gruppe von mittlerweile ca. 15 Teilnehmern, die teilweise erst im Laufe der letzten Zeit dazu gestoßen sind. Wir verstehen uns untereinander sehr gut, obwohl wir eine sehr heterogene Gruppe sind, hinsichtlich des Alters, des beruflichen Werdegangs, sowie den Vorerfahrungen in der Chinesischen Medizin. Einige praktizieren bereits als Heilpraktiker oder sind in anderen Heilberufen tätig und haben demnach schon Erfahrungen im Bereich der Komplemetärmedizin. Andere kommen aber auch aus ganz anderen Fachrichtungen und möchten diese gerne mit der chinesischen Medizin in Verbindung setzten. So ist von Medizinern, über Therapeuten & Heilpraktiker, bis hin zu Versicherungsberatern alles vertreten. Dieser Aspekt macht das Studium für mich jedoch umso interessanter, da jedes Gruppenmitglied seine eigenen Erfahrungen miteinbringen kann, bei denen die Chinesische Medizin Anwendung findet.

Dadurch dass wir eine sehr kleine Gruppe sind, ist es ein entspanntes Unterrichtsklima. Man darf Fragen stellen, für die sich immer Zeit genommen wird und zu der auch jeder Teilnehmer etwas beitragen darf. Wir lernen nicht nur aus den Unterrichtsinhalten, sondern auch durch Erfahrungen, die jeder Teilnehmer mitbringt.

Passt das Studium inhaltlich zu mir und meinen sonstigen berufliche Erfahrungen & Tätigkeiten?

Ich selber hatte damals keinerlei Vorerfahrungen im Bereich der Chinesischen Medizin, doch schon nach dem ersten Kurswochenende war ich mir sicher, dass die ganzheitliche Sichtweise der TCM genau das ist, wonach ich gesucht habe. Wir begannen mit den Grundlagen zu Yin und Yang und wie dessen Ausgleich mit Körper, Geist und Seele in Verbindung steht. Im weiteren Verlauf des Kurses lernten wir mehr über die 5 Wandlungsphasen, die entsprechenden Organen nach der chinesischen Medizin und das „Qi“. Wir beschäftigten uns mit den verschiedenen Meridianen und setzten immer mehr körperliche & geistige Aspekte des Menschen mit verschiedenen Symptomatiken in Verbindung. Im praktischen Teil begannen wir mit der Puls-, der Gesichts- und der Zungendiagnostik und erlernten Grundlagen der Therapiemethoden des Schabens, des Schröpfens und der Akupunktur und wandten dies auch direkt untereinander an. Diese Kombination aus Therapie und Praxis ist sehr angenehm. Ich finde es sehr gut, dass wir schon früh praktische Elemente mit einbeziehen und somit das Erlernte direkt untereinander anwenden können. Es erleichtert einem das Verständnis der Dinge macht die ganze Atmosphäre sehr freundschaftlich und vertraut. Über die Zeit erhält man auf diese Art und Weise ein Gefühl für die Therapietechniken und bekommt eine direkte Vorstellung davon, wie sich die Therapiemethoden bei verschiedenen Individuen unterschiedliche auswirken können.

Sind die Studieninhalte gut verständlich?

Von den Unterrichtsinhalten her wird man langsam an die Thematik herangeführt und nicht mit Informationen überschüttet. Die Hintergründe der Chinesischen Medizin sind oft nicht greifbar und trotzdem hatte ich nie ein Problem damit, die Aspekte zu verstehen und mit dem menschlichen Körper in Verbindung zu setzten. Für mich ist es genau das, was das ganze Studium so spannend macht. Man erlernt verschiedene Grundlagen und wendet sie direkt an. Mit jedem Krankheitsbild kommt eine neue Komponente dazu, die ein individuelles Muster von Symptomen entstehen lässt. Die Aufgabe des Mediziners ist es letztendlich, diese Symptomatiken zu erkennen, richtig zu deuten und mit den richtigen Methoden therapeutische Maßnahmen zu ergreifen.

Persönliches Fazit

Ich befinde mich nun erst am Anfang des Studiums, aber ich habe das Gefühl schon sehr viel gelernt zu haben, das es mir schon jetzt ermöglicht, bestimmte Zeichen zu erkennen. Mein Interesse für dieses Studium wächst mehr und mehr und ich bin sehr gespannt, was in Zukunft noch alles auf mich zukommen wird.

Ramona Pick

März 2017

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